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12. Dezember 2024 by Moritz Sauer

PODCAST "Wärmewende, gemeinsam, heute."

Folge #1: Wärmeplanung in Aachen

Wärmewende, gemeinsam, heute.
Wärmewende, gemeinsam, heute.
Folge #1: Wärmeplanung in Aachen



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In dieser Folge ist Bastian Peukert zu Gast. Er ist Klimaschutzmanager der Stadt Aachen und begleitet die kommunale Wärmeplanung.

Wir sprechen darüber, wie es zur kommunalen Wärmeplanung in Aachen kam und wie der aktuelle Stand der Wärmeplanung ist. Dabei tauchen wir ein in die beiden wesentlichen Handlungsfelder, den Um- und Ausbau der Wärmenetze und die Möglichkeiten der dezentralen Versorgung. Anschließend gibt Bastian Peukert einen Ausblick, wie Politik und Bevölkerung in den nächsten Monaten in die Erarbeitung der Wärmeplanung eingebunden werden.

  • Kommunale Wärmeplanung – aachenklima.de
  • altbauplus.info
  • verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/aachen

Zusammenfassung des Podcasts

»Kommunale Wärmeplanung in Aachen: Was der erste Zwischenstand zeigt«

Aachen hat die kommunale Wärmeplanung früh angestoßen – freiwillig und bereits 2022, also vor der bundesweiten Pflicht. Ziel war, die größten CO₂-Minderungspotenziale im Stadtgebiet systematisch zu erschließen – mit besonderem Fokus auf den Wärmesektor als zentralem Hebel der Wärmewende.

Im Podcast »Wärmewende gemeinsam« sprechen EMCEL und Aachens Klimaschutzmanager Bastian Peukert darüber, wie die Stadt die Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Szenarien und einen Maßnahmenkatalog erarbeitet hat – und wie Politik sowie Bevölkerung nun in die nächsten Schritte eingebunden werden.

Warum Aachen früh gestartet ist

Aachen hat die Wärmeplanung aus dem Klimaschutz heraus aufgesetzt: Beim Aufbau des kommunalen Klimaschutzkonzepts fiel der Wärmebereich als besonders wirksam auf. Orientierung boten frühe Vorreiter-Ansätze, etwa aus Baden-Württemberg. Finanziert wurde der Start über vorhandene Haushaltsmittel aus anderen Projekten – und politisches Mitnehmen der relevanten Fachbereiche von Beginn an.

Wo Aachen heute steht

Nach Leistungsbeschreibung (2022), europaweiter Ausschreibung und Vergabe (Ende 2023) startete die operative Arbeit Anfang 2024 mit einem Konsortium (geführt von Enerko). Die gesetzlichen Anforderungen wurden parallel mitgedacht und interpretiert, sodass die Ergebnisse anschlussfähig an die Bundesvorgaben bleiben.

Erste datenbasierte Ergebnisse – insbesondere aus Bestands- und Potenzialanalysen – sind bereits öffentlich einsehbar, inklusive Karten im Geoportal. Grundlage sind Daten vieler Akteure, darunter Stadtwerke, Netzbetreiber und Schornsteinfegerdaten.

Zwei Handlungsfelder: Wärmenetze und dezentrale Versorgung

Aachen unterscheidet klar zwischen:

  • Wärmenetzen/Fernwärme (inkl. Ausbauperspektive)
  • dezentralen Versorgungsgebieten außerhalb der Netze (Gebäude- und Quartiersebene)

Wasserstoff: aktuell kein tragfähiger Pfad für die Fläche

„Das Thema Wasserstoff in der Flächenversorgung [kann] eigentlich keine Rolle spielen.“

Der O-Ton markiert eine strategische Weichenstellung: Ohne sichere Verfügbarkeit, Preise und Netzinformationen wird Wasserstoff in Aachen derzeit nicht als flächige Wärmeoption eingeplant.

Fernwärme dekarbonisieren: Quellen statt Importabhängigkeit

Die Aachener Fernwärme wird aktuell über eine Auskopplung aus einem Braunkohlekraftwerk gespeist. Für die Dekarbonisierung der Fernwärme identifiziert die Wärmeplanung mehrere lokale Optionen, die perspektivisch auch den Netzausbau stützen sollen:

1) Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage

In Planung ist die Auskopplung und Einspeisung in das Fernwärmenetz – getragen durch Stadtwerk und Anlagenbetreiber. Das wird als mittelfristig besonders tragfähige Option beschrieben.

2) Tiefe Geothermie

Im Westen Aachens wird ein Erkundungsfeld genannt, in dem tiefe Geothermie hohe Temperaturen liefern könnte – geeignet für die Einspeisung in die Fernwärme.

3) Abwasserwärme der Kläranlage

Eine nahe am Netz liegende Kläranlage bietet Potenzial für Abwasserwärme (Wärmeentzug aus gereinigtem Wasser) zur Netzeinspeisung.

„Insgesamt ist das Potenzial groß genug, auch den Ausbau bis 2045 dann komplett mit Wärme zu bedienen.“

Dieser Satz ist politisch relevant: Er verbindet Versorgungssicherheit (genug Wärmequellen) mit Langfristplanung (Zeithorizont 2045) und untermauert, dass der Fernwärmeausbau nicht ins Leere läuft.

Dezentrale Wärmeversorgung: von der „Flughöhe“ ins Quartier

Außerhalb der Wärmenetze geht es um gebäudenahe Lösungen: Luft-Wärmepumpen als naheliegende Option – aber nicht überall passend, etwa bei Gebäuden mit höheren Vorlauftemperaturen. Deshalb werden auch Sondenbohrungen, (mittel-)tiefe Geothermie und lokale Abwärmequellen als Denkoptionen genannt.

Wichtig ist die Abgrenzung: Die kommunale Wärmeplanung liefert keine Einzelhaus-Lösung, sondern einen strategischen Rahmen – inklusive Konsequenzen für Stromnetze, Baukoordination und Infrastrukturplanung (weniger parallele Baustellen, besseres Timing).

„Wir als Stadt können hier nichts vorgeben, wir können niemandem vorschreiben, welche Wärmeversorgungslösung er zu treffen hat.“

Der O-Ton setzt Erwartungen richtig: Die Wärmeplanung ist Leitplanke und Koordinationsinstrument – sie ersetzt nicht die Entscheidung von Eigentümerinnen und Eigentümern, sondern soll Orientierung und Planungssicherheit erhöhen.

Beratung und Umsetzungs-„Brücke“: vorhandene Strukturen + Forschung

Aachen beschreibt ein bestehendes Beratungsnetz (u. a. Alpa Plus, Verbraucherzentrale, Handwerkervermittlung/Netzwerk) und ergänzt es durch ein Forschungsprojekt zur Umsetzungspraxis: iXSeed. Mit Partnern wie Heatbeat (u. a. hydraulische Berechnungen) und der RWTH Aachen sollen Quartiers- und Gebäudenetze rechnerisch greifbar werden – damit Entscheidungen nicht „ins Blaue“ fallen.

Ein Schwerpunkt: gemeinschaftliche Versorgung (z. B. eine größere Wärmepumpe für mehrere Gebäude) – inklusive Fragen zu Eigentum, Betrieb, Abrechnung und Leitungsführung. Hier sieht Aachen in Deutschland noch Entwicklungsbedarf, aber auch Interesse in Quartieren.

Beteiligung und Fahrplan: Politik zuerst, dann Stadtgespräche

Aachen geht zweistufig vor:

  1. Politische Beratung der Ergebnisse (Bericht liegt vor)
  2. Öffentliche Beteiligung nach politischer Freigabe

Geplant sind eine zentrale öffentliche Auftaktveranstaltung (Erklärung: Was ist Wärmeplanung, was kann sie – und was nicht?) und anschließend lokale Termine in allen Bezirken: insgesamt sieben Veranstaltungen, ergänzt um digitale Beteiligungsmöglichkeiten. Ein politischer Beschluss wird für Juli des Folgejahres avisiert.

Parallel soll die Wärmeplanung nicht nur alle fünf Jahre überprüft, sondern enger „gemanagt“ werden: Monitoring mit Stadtwerken, Netzbetreiber und Fachbereichen, um Gebiete mit hohem Umstellungsdruck gezielt zu informieren.

Was andere Kommunen aus Aachen mitnehmen können

  • Früh starten lohnt sich: Ausschreibung, Datenbeschaffung und Konsortien brauchen Zeit.
  • Datenbasierte Transparenz (Geoportal, Karten) schafft Akzeptanz, bevor Detaildebatten beginnen.
  • Fernwärme wird stark, wenn lokale Quellen (Abfall, Geothermie, Abwasserwärme) zusammenspielen.
  • Dezentrale Gebiete brauchen Anschlussangebote: Beratung, Quartiersarbeit, Rechenmodelle.
  • Beteiligung vor Ort (Bezirke/Quartiere) ergänzt digitale Beteiligung sinnvoll.

FAQ zur Folge

Was ist kommunale Wärmeplanung – und was nicht?

Sie ist ein strategisches Planwerk für die Wärmeversorgung bis 2045 (Bestand, Potenziale, Szenarien, Maßnahmen). Sie liefert keine individuelle Heizungsentscheidung für jedes Gebäude.

Wo kann ich die ersten Ergebnisse für Aachen sehen?

Auf der städtischen Informationsseite zur Wärmeplanung inklusive Link ins Geoportal mit Karten zur Bestands- und Potenzialanalyse.

Setzt Aachen auf Wasserstoff für die Wärmeversorgung?

Aktuell nicht für die Flächenversorgung, weil Verfügbarkeit, Kosten und Netzperspektiven nicht verlässlich planbar sind.

Welche erneuerbaren Quellen kommen für die Fernwärme infrage?

Genannt werden Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage, tiefe Geothermie sowie Abwasserwärme aus der Kläranlage – als Bausteine zur Dekarbonisierung und für den Ausbau.

Wie werden Bürgerinnen und Bürger beteiligt?

Über eine zentrale Veranstaltung plus sieben Termine in den Bezirken sowie digitale Beteiligung. Rückmeldungen sollen dokumentiert und in die finale Version eingearbeitet werden.

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Kategorie: Podcast "Wärmewende, gemeinsam, heute."

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