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24. Juni 2025 by mauricio barriga

PODCAST "Wärmewende, gemeinsam, heute."

Folge #8: Stand der kommunalen Wärmeplanung in Ransbach-Baumbach

Wärmewende, gemeinsam, heute.
Wärmewende, gemeinsam, heute.
Folge #8: Stand der kommunalen Wärmeplanung in Ransbach-Baumbach



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Heute ist Patrick Lembgen zu Gast. Er arbeitet als Klimaschutzmanager in Ransbach Baumbach und beschäftigt sich aktuell u.a. mit der kommunalen Wärmeplanung.

Wir sprechen über die Relevanz der kommunalen Wärmeplanung und den aktuellen Fortschritt in Ransbach-Baumbach. Außerdem gibt Patrick einen Einblick, wie die Bevölkerung aktiv in die Erstellung eingebunden wird und systematisch am gesamten Planungsprozess mitwirkt.

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Zusammenfassung der Folge

Stand der kommunalen Wärmeplanung in Ransbach-Baumbach: Industrie, Abwärme, digitaler Zwilling

In dieser Folge von »Wärmewende gemeinsam« (EMCEL) berichtet Patrick Lembgen (Klimaschutzmanagement) über den Stand der kommunalen Wärmeplanung in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach im Westerwald. Im Mittelpunkt stehen der Weg von der Bestandsanalyse über den digitalen Zwilling bis zur Entwicklung von Zielszenarien – plus die Frage, welche Rolle Industrie, Abwärme und perspektivisch auch Wasserstoff in der Region spielen können.

Kurzportrait: Verbandsgemeinde mit Industrieprofil

Ransbach-Baumbach beschreibt sich als waldreiche Region, wirtschaftlich geprägt durch Ton verarbeitende Betriebe („Weißengold des Westerwalds“) und insgesamt rund 15.000 Einwohner*innen in Stadt und zehn Ortsgemeinden. Diese Mischung aus ländlicher Struktur und industriellen Prozessen prägt die Wärmefragen deutlich stärker als in reinen Wohnkommunen.

Warum kommunale Wärmeplanung erstellt wird

Lembgen ordnet die Wärmeplanung als Instrument ein, um eine klimaneutrale und kostengünstige Wärmeversorgung zu entwickeln. Hintergrund sind die Klimaziele: Deutschland bis 2045 klimaneutral, Rheinland-Pfalz ambitionierter bis 2040. Die Planung zeigt, wie stark Öl und Gas heute noch sind, unterscheidet Heizwärme im Privatsektor und Prozesswärme in der Industrie und macht Potenziale erneuerbarer Wärme sichtbar.

„Die kommunale Wärmeplanung ist ein Instrument, eine klimaneutrale und kostengünstige Wärmeversorgung … zu entwickeln.“

Der O-Ton setzt den Rahmen: Wärmeplanung ist strategische Daseinsvorsorge – mit Blick auf Bezahlbarkeit, Klimaziel und Umsetzbarkeit, nicht auf Einzellösungen pro Gebäude.

So entsteht der Wärmeplan: Bestandsdaten, Datenschutz, digitaler Zwilling

Die Verbandsgemeinde startete mit einer umfangreichen Bestandsanalyse: Energieträger, Heizungsarten, Alter der Heizungen und Gebäude. Die Daten wurden – unter strenger Berücksichtigung des Datenschutzes – u. a. vom Netzbetreiber, über Schornsteinfeger sowie per Bürgerumfrage erhoben.

Aus den Daten wurde ein digitaler Zwilling aufgebaut: ein digitales Abbild der Verbandsgemeinde, in dem Energieverbrauch und Wärmedichte grafisch dargestellt werden. Darauf folgt die Potenzialanalyse (z. B. Geothermie, industrielle Abwärme, weitere Wärmequellen) – zunächst „auf hoher Flughöhe“, also mit theoretischen Potenzialwerten.

Aktueller Stand: Zielszenarien und Wärmenetz-Prüfung

Bestands- und Potenzialanalyse sind abgeschlossen. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Zielszenarien: Wo könnte sich ein Wärmenetz/Nahwärmenetz grundsätzlich rechnen? Welche Gebiete sind als zentrale Netzgebiete plausibel, welche bleiben eher dezentral (z. B. Wärmepumpe oder Pelletkessel als Optionen)?

Besonderheit Ransbach-Baumbach: Prozesswärme, Abwärme, Wasserstoffperspektive

Die industrielle Tonverarbeitung kann zu einem doppelten Hebel werden. Einerseits entsteht potenziell Abwärme, die in Wärmenetzen genutzt werden könnte. Andererseits benötigen die Industriebetriebe verlässlich ein passendes Heizmedium für die eigenen Prozesse. Die Wärmeplanung muss deshalb nicht nur Wohngebiete betrachten, sondern auch die Prozesswärmelogik der Betriebe.

Zusätzlich kommt ein infrastruktureller Aspekt hinzu: Es gibt Hinweise, dass das Wasserstoff-Kernnetz in der Nähe verlaufen soll. Die Verbandsgemeinde führt dazu Gespräche mit Netzbetreibern und Energieversorgern – mit Blick auf eine mögliche künftige Versorgung der Industrie mit gasförmigen Energieträgern für Prozesswärme.

„…dass wohl das Netz kommen soll und auch die Trasse hier vorbei führt.“

Für politische Entscheider*innen ist das eine zentrale Weichenfrage: Prozesswärme und Industriestandort-Sicherung hängen an Infrastrukturpfaden, die oft nicht kommunal entschieden werden, aber kommunal vorbereitet werden müssen.

Bürgerbeteiligung: von der Umfrage zur Stellungnahme

Die Bevölkerung wurde früh eingebunden: per Bürgerbefragung (mit großer Rückmeldung), regelmäßiger Information im Amtsblatt, auf der Homepage und über Instagram. Als nächster Schritt ist eine Bürgerbeteiligung geplant, bei der Bürger*innen zu ersten Ergebnissen Stellungnahmen und Anregungen abgeben können.

„Großartig besteht aus der Wärmeplanung erstmal keine Verpflichtung.“

Der Punkt ist kommunikativ entscheidend: Die Wärmeplanung soll Orientierung geben und Optionen erklären. Verpflichtungen ergeben sich – soweit sie greifen – aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), nicht aus dem Wärmeplan selbst.

Aufgabe der Verbandsgemeinde: beraten, vermitteln, dranbleiben

Lembgen beschreibt die Rolle der Verbandsgemeinde als unterstützend: Netzgebiete weiter prüfen, Entwicklungen begleiten, Bürger*innen als Anlaufstelle dienen, Beratungsmöglichkeiten vermitteln und Hinweise zu Förderungen geben. Die Umsetzung (Bau/Betrieb) liegt typischerweise bei Versorgern, Betreibern oder Projektgesellschaften – die Kommune bleibt jedoch Taktgeberin für Koordination und Kommunikation.

Ausblick: Veröffentlichung im Spätsommer, Controlling, Abschlussveranstaltungen

Als nächste Schritte nennt Lembgen die Fertigstellung der Zielszenarien und eines Controlling-Konzepts. Die Veröffentlichung des Wärmeplans wird für den Spätsommer in Aussicht gestellt, verbunden mit einer größeren Bürgerbeteiligung und Informationsformaten, bei denen sich auch Industriebetriebe und Akteure rund um Sanierung und Heizen vorstellen können.

FAQ zu Folge

Was ist kommunale Wärmeplanung in Ransbach-Baumbach?

Ein strategisches Instrument, um Wege zu klimaneutraler und bezahlbarer Wärme bis 2040 (RLP) bzw. 2045 (Bund) aufzuzeigen – inklusive Bestand, Potenziale und Zielbilder.

Wie wurden die Daten erhoben?

Über Netzbetreiber- und Schornsteinfegerdaten sowie Bürgerumfragen, unter strenger Berücksichtigung des Datenschutzes.

Was ist der „digitale Zwilling“ in der Wärmeplanung?

Ein digitales Abbild der Verbandsgemeinde, das Energieverbrauch und Wärmedichte grafisch darstellt und als Arbeitsgrundlage für Potenziale und Zielszenarien dient.

Welche Besonderheit prägt die Wärmeplanung vor Ort?

Die tonverarbeitende Industrie: Sie kann Abwärme liefern, benötigt aber zugleich verlässliche Prozesswärme/Heizmedien – das beeinflusst Netz- und Energieträgeroptionen.

Gibt es Pflichten für Bürger*innen durch die Wärmeplanung?

Aus der Wärmeplanung selbst nicht. Verpflichtungen ergeben sich – soweit relevant – aus dem GEG; der Wärmeplan dient als Orientierungshilfe.

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