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27. Februar 2025 by mauricio barriga

PODCAST "Wärmewende, gemeinsam, heute."

Folge #7: Die Rolle der Kreise in der kommunalen Wärmeplanung

Kreis Steinfurt
Wärmewende, gemeinsam, heute.
Wärmewende, gemeinsam, heute.
Folge #7: Die Rolle der Kreise in der kommunalen Wärmeplanung



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Heute ist Daniel Göcking zu Gast. Er arbeitet im Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt und ist in der Servicestelle Wärme, Effizienz und Wohnen tätig.

Wir sprechen über die Rolle der Kreise in der kommunalen Wärmeplanung und ihre Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung der Kommunen und Gemeinden. Wir beleuchten außerdem die Chancen für Kommunen durch die hohen Konnexitätszahlungen in NRW. Abschließend gibt Daniel Göcking einen Ausblick darauf, wie der Kreis Steinfurt die Wärmewende in den kommenden Jahren begleiten will.

Links:

  • https://www.energieland2050.de/

Zusammenfassung der Folge

Die Rolle der Kreise in der kommunalen Wärmeplanung: Unterstützen, vernetzen, beschleunigen

In dieser Folge von »Wärmewende gemeinsam« (EMCEL) spricht Momoko Kristuf mit Daniel Göcking über eine oft unterschätzte Ebene der Wärmewende: die Kreise. Auch wenn sie in vielen Ländern nicht „planungsverantwortliche Stelle“ sind, können sie Kommunen spürbar entlasten – bei Wissenstransfer, Datenmanagement, Fördermittelberatung und der Koordination über Gemeindegrenzen hinweg.

Keine Pflichtaufgabe – aber große Hebel

Ausgangspunkt ist das Wärmeplanungsgesetz (Bund) seit 1. Januar 2024. Es verpflichtet zunächst die Bundesländer, Wärmepläne sicherzustellen; die konkrete Zuständigkeit regeln die Länder. In Nordrhein-Westfalen gilt seit 20. Dezember 2024 das Landeswärmeplanungsgesetz. Dort sind die Gemeinden verpflichtet – Kreise haben nach dieser Regelung keine verpflichtende Aufgabe.

„Kreise sind da jetzt nicht genannt und haben auch keine Aufgabe zugeschrieben bekommen.“

Das Zitat klärt die Rollenlage für NRW: Rechtlich sind Kreise nicht zuständig – praktisch können sie dennoch Struktur schaffen, damit Kommunen schneller und konsistenter arbeiten.

Was Kreise trotzdem leisten können

Göcking beschreibt den Kreis als Multiplikator und Serviceeinheit für Kommunen – mit einem Bündel an Handlungsfeldern:

Wissen bündeln und weitergeben

Der Kreis Steinfurt versteht sich als Übersetzer zwischen Rechtsrahmen, Technik und kommunaler Praxis: Informationen zu gesetzlichen Vorgaben, Förderkulissen und Fachdebatten werden gebündelt und in Netzwerken an Kommunen und Stadtwerke gespiegelt. Kooperationen mit Wissenschaft – etwa mit der FH Münster (Standort Steinfurt, Energie/Gebäude/Umwelt) – stärken den Zugang zu Expertise.

Vernetzen und koordinieren

Formate wie Fachtagungen (Startschuss bereits September 2022) oder wiederkehrende Netzwerktreffen („Wärmeland 2040“) schaffen Austausch zwischen Kommunen, Stadtwerken und weiteren Akteuren. Ziel: Doppelarbeit reduzieren und schneller zu belastbaren Entscheidungen kommen.

Förderung: beraten, sensibilisieren, Anträge anschieben

Ein wichtiger Impuls kam über die Kommunalrichtlinie, die seit November 2022 Wärmeplanung fördert (mit sehr hoher Quote). Der Kreis Steinfurt hat dafür aktiv geworben, Kommunen beraten und die Antragstellung angeschoben – auch wenn Kreise selbst dabei nicht immer antragsberechtigt sind.

Datenbereitstellung und Geodatenkompetenz

Ein zentraler Praxishebel ist die Datenarbeit: Schornsteinfegerdaten, Censusdaten, Baublockbildung, Geodatenaufbereitung. Der Kreis kann hier mit eigenem Geodatenmanagement unterstützen und Standards setzen – besonders für kleinere Kommunen, die nicht genug Personal für GIS und Datenengineering haben.

Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanz

Kreise können Kommunikationsaufgaben übernehmen: Informationsveranstaltungen online und in Präsenz, um das Thema „aufrechtzuhalten“ und Missverständnisse zu vermeiden. Das entlastet Kommunen und sorgt für konsistentere Botschaften in der Region.

Wärmeplanung als Chance: Gestaltung statt Haken dran

Göcking ordnet den Wärmesektor als „schlafenden Riesen“ ein: Strom sei vielerorts weiter als Wärme – auch wegen historischer Geschäftsmodelle rund um Öl und Gas. Der Wärmeplan ist aus seiner Sicht kein Pflichthäkchen, sondern Teil von Stadt- und Regionalentwicklung – bis hin zu regionaler Wertschöpfung.

NRW-Spezial: Konnexitätszahlungen schaffen Handlungsspielraum

Für NRW hebt Göcking die Finanzierung hervor: Kommunen erhalten einen Belastungsausgleich für die Erstaufstellung der Wärmepläne von 165.000 Euro plus 1,36 Euro pro Einwohner*in, ausgezahlt in Tranchen bis zur jeweiligen Pflichtfrist (Mitte 2026 bzw. Mitte 2028). Erste Tranchen seien bereits Ende 2024 und im Januar 2025 geflossen.

Damit entsteht ein politisch relevanter Punkt: Es gibt weniger Argumente, die Wärmeplanung „aus Geldmangel“ zu verschieben. Gleichzeitig warnt Göcking vor Zweckentfremdung im Haushalt – und nennt Gegenbeispiele, etwa Ratsbeschlüsse (z. B. Krefeld), die Mittel explizit für Wärmeplanung und Wärmewende reservieren.

Blick nach vorn: Kreisbild, kreisweiter digitaler Zwilling, Bürgerenergie

Für die Umsetzungsphase will der Kreis Steinfurt Wärmepläne „nebeneinander legen“, um ein Kreisbild zu erzeugen und kommunenübergreifende Potenziale sichtbar zu machen. Denkbar ist eine kreisweite GIS-Datenbank bzw. ein kreisweiter digitaler Zwilling – Voraussetzung: Kommunen stellen ihre Daten zur Verfügung und Datenschutz wird sauber gelöst.

Ein weiterer Baustein ist die kreisweite Bürgerenergiegenossenschaft („Energieland Kreis Steinfurt Bürgerenergiegenossenschaft“). Sie ist bereits in Wind- und PV-Projekten aktiv und könnte laut Satzung auch Wärmeprojekte umsetzen – mit dem Vorteil, dass Strukturen und Beteiligungslogik schon existieren und Projekte schneller starten können als bei einer Neugründung „von null“.

„Wir wollen … die Wärmepläne nebeneinander legen, dass wir dann ein Kreisbild schaffen…“

Der O-Ton zeigt einen konkreten Mehrwert der Kreise: Sie können die regionale Perspektive herstellen, die einzelne Gemeinden allein oft nicht leisten – und damit Planung in Richtung Umsetzung beschleunigen.

FAQ zu Folge

Haben Kreise verpflichtende Aufgaben in der kommunalen Wärmeplanung?

In NRW: nein. Verpflichtet sind die Gemeinden; Kreise sind im Landesrecht nicht als zuständige Stelle benannt.

Welche Handlungsfelder haben Kreise trotzdem?

Beratung und Wissenstransfer, Vernetzung/Koordination, Fördermittelberatung, Datenbereitstellung (GIS/Geodaten), Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzarbeit.

Warum ist Datenarbeit ein so wichtiger Kreis-Beitrag?

Weil Kreise häufig eigenes Geodatenmanagement haben und Kommunen bei Baublockbildung, Aggregation und Nutzung von Schornsteinfeger- und Censusdaten unterstützen können.

Was ist in NRW finanziell besonders an der Wärmeplanung?

Kommunen erhalten Konnexitäts-/Belastungsausgleich (165.000 € + 1,36 €/Einwohner*in), ausgezahlt in Tranchen bis zur jeweiligen Pflichtfrist.

Wie können Kreise die Umsetzung nach dem Wärmeplan beschleunigen?

Indem sie Wärmepläne vergleichbar machen (Kreisbild), kreisweite GIS-Strukturen/digitalen Zwilling aufbauen und regionale Akteure wie Bürgerenergiegenossenschaften systematisch einbinden.

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Kategorie: Podcast "Wärmewende, gemeinsam, heute."

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